Elektronikschloss, Funktion/ Sicherheit etc…

Mailanfrage eines Kunden, mit freundlicher Genehmigung hierher kopiert.

Hallo Herr Bruckner,

gerade bin ich per Zufall auf Ihren Blog http://tresoroeffnung-bayern.de/blog gestoßen und finde ihn super. Und habe auch gleiche eine Fachanfrage…

Wir haben seit gestern einen relativ hochwertigen Tresor (hoffe ich jedenfalls, für eine Privatperson war er teuer genug…..).

Details kann ich auf Wunsch gerne schicken……

Jetzt hatte ich gegoogelt weil ich noch Fragen zum Tresor habe und bin dabei auf Ihre Seite gestolpert.

Können Sie mir kurz helfen was genau die Funktionsweise eines Elektronikschlosses ist?

Ich frage mich das, weil sich das Bedienfeld ganz leicht abnehmen lässt (zum Batterie Wechsel) und einfach das Kabel in den Safe geht.

Meine Frage in dem Zusammenhang, die mir leider keiner erklärt:

Wie funktioniert das Schloss genau?

Es wird eine Zahlenkombination eingegeben und wenn diese korrekt ist, sendet das Schloss ein Signal an einen Stellmotor, der die Verriegelung öffnet?

Wenn ja, kann ich dann nicht einfach das Kabel durchknipsen, eine 9V Batterie an das Kabel anschließen und hierdurch einen Stromimpuls schicken?

Oder wird in der Bedieneinheit ein (verschlüsseltes?) Signal erzeugt, was dann per „Datenleitung“ an den Stellmotor geht, der das wiederum entschlüsselt und dann die Verriegelung lockert?

Aber wenn das so wäre, bräuchte ich dann nicht 2 Batterien (innen und außen)?

Vermutlich sind das ganz einfache Anfängerfragen und Fragen von technisch Null-versierten Kunden……

Ich frage mich halt nur, wie sicher das Elektronikschloss ist (auch wenn es zertifiziert ist).

Und das steht im Internet nirgends, jedenfalls nicht auf für Anfänger leicht ersichtlichen Quellen…..

Vielen Dank im Voraus.

Sie dürfen das hier auch gerne verbloggen, wenn Sie möchten.

Gruß

J.H.

Hallo Herr H,

klar kann ich Ihnen das beantworten.

Im Prinzip ist die Tastatur „dumm“, sie gibt nur weiter was sie eingeben. Als digitales Signal auf einer Busleitung oder auch als einfache Spannungswerte. Kommt auf das Modell an.

Der „intelligente“ Teil, sprich der Prozessor sitzt im Schlossgehäuse, der empfängt quasi den eingegebenen Code, vergleicht diesen mit dem im Speicher abglegten und entscheidet dann ob er das Sperrelement öffnet. Das passiert alles im mehr oder weniger gesicherten Bereich innen.

Meistens ist auch eine Art Sicherung eingebaut, damit man nicht mit einem hohen Stromstoß oder dergleichen etwas erreichen kann.

Zwei Batterien brauchen Sie nicht, meistens sind es mindestens 4 Kabel zwischen Schloss und Tastatur, die beiden teilen sich die Stromquelle.

So weit so gut, natürlich kann man auch Elektronikschlösser überlisten. Wie genau ist abhängig vom Schlossmodell und dem Tresor drumherum, möchte ich so allerdings nicht näher darauf eingehen wie genau. Wenn Sie mir verraten was Sie gekauft haben sage ich Ihnen aber gerne für wie sicher ich das Gesamtsystem halte.

Im Internet findet man über dieses Thema wirklich (fast) nichts, auch bei intensiver Suche. Und das ist auch gut so…

Ich kann Sie aber generell beruhigen, das ist mehr Theorie. Wir beschäftigen uns sehr intensiv mit Öffnungsmethoden, etliche haben wir selbst entwickelt und die Werkzeuge dafür gebaut. Diesen Aufwand betreibt normal kein Einbrecher, dem ist es ja egal ob der Tresor kaputt geht, er will nur schnellsmöglich an den Inhalt. Solche Methoden sind zu aufwendig/ teuer/ kompliziert. Kommt in der Praxis (laut unserer LKA Kontakte) so gut wie nie vor.

Einbrecher arbeiten mit Gewaltmethoden, der physikalische Widerstand des Behälters ist daher viel relevanter!

Ich hoffe das hilft Ihnen gut zu schlafen :o)

Schönen Abend!

Stefan Bruckner

Bruckner& Raum Tresortechnik GbR

 

Hallo Herr Bruckner,

ganz vielen Dank für diese sehr schnelle und wirklich informative Antwort.

Dann kann ich ja beruhigt schlafen J

Also ist es auch egal, das das Schloss nur sehr locker auf dem Tresor aufgesteckt ist, da es nur auf die Datenübermittlung ankommt.

Beruhigend. Und auch gut, das man im Internet nichts findet.

Zu meinem Modell:

Es soll ein VDS Klasse 1 Tresor sein, Preis inkl. Wandmontage mit 2 Schwerlastankern 1.050 EUR.

Für Privatperson ok und auch keine Baumarktqualität (hoffe ich jedenfalls) und wenn man bedenkt, dass da drin eigentlich auch nur die Bankunterlagen lagern (damit der Einbrecher nicht gleich die Kreditkarten Infos und die TAN´s hat) sollte es auch ausreichend sein.

Das Schloss ist ein… Moment….. weiß ich nicht, steht zu Hause auf dem Lieferschein.

Hier das „Etikett“/ ECBS Zulassung Schild:

image001

 

Wo der Unterschied zwischen Angebot 193 kg und Etikett 179 kg herkommt, weiß ich noch nicht….

Ich habe aber noch eine Frage und zwar zu dem Griff.

Ich hab das Gefühl, das der sehr locker ist.

Habe ein kleines Video gemacht und dem Verkäufer geschickt, allerdings hat er sich noch nicht gemeldet.

Und Ihre Kontaktdaten habe ich schon gespeichert und ausgedruckt, nur „für den Fall der Fälle“, das ich Ihre Dienstleistung mal benötigen sollte J

Vielen Dank im Voraus.

Gruß aus L

J. H.

 

Hallo Herr H.,

mit dem Tresor hätte ich jetzt keine Angst, für das Schloss gibts aktuell auch kein „Öffnungswerkzeug“ zu kaufen wie für ein paar andere Modelle. Für Papiere reicht das allemal mit Grad 1 und 60P Brandschutz. Denke da haben Sie schon das richtige gekauft für Ihren Zweck. Das ist übrigens ein „Russe“, Hersteller ist Promet. Die sind relativ massiv gebaut. Fast alle Händler geben den Dingern eigene Namen…

Abweichungen um ein paar Kilos auf den Typschildern kommen manchmal vor, ist nicht ungewöhnlich. Ich denke das sind 2 verschiedene Prüfungen, wenn der Hersteller jetzt 2 verschiedene Modelle (z.B. einen mit und einen ohne Innenfach) da hinschickt werden andere Werte registriert. Das hat aber ja nichts mit dem Widerstand zu tun.

Die Promet (und viele andere) quietschen hanz gerne wenn man den Griff betätigt. Ist an sich nicht schlimm, da streift irgendwo etwas und ist nicht gut gefettet. Kann man sicherlich mit etwas Schmiermittel beheben wenn es stört. Langfristig wäre das wegen erhöhtem Verschleiss sicherlich sinnvoll. Übrigens nicht vergessen die Türscharniere ab und zu fetten! Die laufen gerne ein weil das Stahl auf Stahl läuft und die Türe doch recht schwer ist. Wenn die mal defekt sind lohnt sich meist eine Reparatur nicht, die Scharniere sind angeschweisst.

Der Griff hat bei dieser Konstruktion immer etwas Spiel, das ist notwendig weil das Schloss nicht öffnen kann wenn es unter Druck steht. Ganz normal dass man den Griff etwas hin und her drehen kann auch in Verschusstellung. Ist übrigens ein La Gard Swingbolt Schloss. Ist recht häufig das Modell. Hat Vorteile, Ersatzteile sind leicht zu bekommen, hat fast jeder Techniker lagernd. Wenn man was exotisches hat ist das oft mit Lieferzeiten verbunden.

Alles in allem ein Tresor den ich mir für diesen Zweck auch hinstellen würde. Außerdem sieht er ganz nett aus mit dem massiven Griff und der Edelstahlverkleidung. War auch sicher nicht zu teuer. Das quitschen zu beheben sollte eine Kleinigkeit sein. Rückwand ab, gucken wo überall schlecht gefettet ist, Fett rein und gut für Jahre.

Ich werde dann Ihre persönlichen Daten aus dem Text entfernen und das in den Blog kopieren. Vielleicht hilft es auch anderen ;o)

Schönen Tag!

Stefan Bruckner

 

Hallo Herr Bruckner,

vielen, vielen Dank für Ihre – sehr kompetente – Antwort und die schnelle Antwortgeschwindigkeit.

Dann bin ich ja froh und meine letzten Bedenken sind zerstreut.

Sofern es dann mit dem Lottogewinn klappt, kaufe ich mir einen Klasse 4 Tresor, aber bis dahin genügt dann der gute Russe J

Ich schau mal, ob ich die Rückwand abbekomme bei Gelegenheit.

Die Tür kann man ja recht leicht fetten, die kann man im geöffneten Zustand sehr leicht aushängen und dann fetten.

Nochmals vielen Dank und viel Erfolg und Spaß bei Ihren Reisen um die Welt.

Den Blog habe ich jetzt übrigens schon komplett durch.

Also immer mal her mit weiteren News J

Gruß

J.H.

Hallo Herr H.,

ja, kein Grund für Bedenken…

Das Abdeckblech geht bei dem Modell etwas blöd ab, manchmal muss man es etwas über die Bolzen würgen. Aber geht.

Die Hersteller sparen irgendwie immer mit Schmiermittel, meistens muss man da etwas nacharbeiten wenn man es perfekt haben will.

Leider habe ich nicht so oft Zeit neue Beiträge zu schreiben, vieles kann auch nicht veröffentlicht werden. Wenn Sie Ideen für sinnvolle Beiträge haben, immer her damit! Irgendwann weiss man auch nicht mehr was man schreiben soll…

Grüße,

Stefan Bruckner

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