Spachtelreparatur und Pfusch

Pfusch sieht man immer wieder, dieser war aber die Krönung.

Bei einer Öffnung schnitt ein nicht unbekannter Schlüsseldienst eine großzügige, 4- eckige Öffnung in das Türblatt eines Tresores und „reparierte“ das. Schloss wurde ersetzt und die Türe lackiert.

Jahre später wurde der Schlüssel wieder verloren, wir waren vor Ort und wunderten uns über das Schloss, das gar nicht in einen solchen Tresor gehörte und etwas schief hinter dem Schlüsselloch zu sehen war.

Beim Versuch das aufzuschließen stellte sich heraus dass die Zuhaltungen nicht gängig waren und immer wieder oben hängen blieben. Also Schmiermittel ins Schloss und mit leichten Schlägen eines Gummihammers etwas Vibration erzeugt, damit sie wieder herunterkommen.

Was aber kam verwunderte uns schon sehr, die komplette, damals herausgeschnittene Platte, mitsamt dem Schloss fiel uns entgegen! Der Tresor war mangels Schloss nun natürlich offen! Bei genauerer Betrachtung war die Platte nur mit Spachtelmasse eingeklebt worden. Ein Wahnsinn, der Kunde lagerte da im Schnitt 40 000.-. Und ein kräftiger Schlag hätte genügt um den Tresor zu öffnen!

Der Kunde war nicht wirklich begeistert als wir es ihm zeigten. Wir berechneten dann nicht die Öffnung sondern verkauften ihm einen neuen Tresor…

Veröffentlicht unter Antikes, Kurioses | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

H2O Stecher

Kuriose Dinge passieren immer wieder…

Ein antiker Tresor wird OHNE Schlüssel verschenkt. Der neue Besitzer „lagert“ das Ding dann mit der Türe nach oben für mehrere Jahre im Freien bis es der Regen komplett gefüllt hat. Dann kommt er auf die glorreiche Idee bei einer Hausrenovierung den im Keller einzumauern. Letztlich wird das Haus dann verkauft. Jetzt soll er vom neuen Besitzer natürlich benutzt werden, also fragt er nach zerstörungsfreier Öffnung und neuen Schlüsseln…

Ich habe noch nie so einen verrosteten und heruntergekommenen Tresor gesehen. Die Schloss und Riegelwerksmechanik war total festgerostet, was eine Öffnung „etwas“ schwieriger macht. Letztlich konnte mit viel Liebe aber doch noch erhaltend geöffnet werden. Das antike Stech- Schloss wurde dann in der Werkstatt entrostet, aufwendig restauriert und mit neuen Schlüsseln bestückt. Den Korpus restauriert der Kunde selbst.

Übrigens befand sich in dem Tresor eine Nikon Kameraausrüstung, leider komplett abgesoffen. Siehe Foto!

h2ostecher h2ostecher2

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Veröffentlicht unter Antikes, B&R Geschichten aus dem Alltag, Kurioses | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Abtransport zur Öffnung

Man hört immer wieder von manchen Firmen, die für Tresoröffnungen den Tresor in die Werkstatt transportieren. Das ist in 99% der Fälle NICHT notwendig oder (für den Kunden) sinnvoll!

  • Mehrkosten und Aufwand durch 2 Transporte
  • Keine Kontrolle des Aufwandes bei der Öffnung (Methoden, Zeit)
  • Eventuell nicht kontrollierbare Pfuschreparatur bei Gewaltmethoden
  • Inhalt kann nicht sofort übernommen werden
  • Unkontrollierbare hohe Rechnung

Fachgerechte Öffnungsmethoden können genau so vor Ort durchgeführt werden! Nur Gewaltöffnungen mit Lärm/ Schmutz/ Zerstörung passieren besser in einer Werkstatt. Und diese sind normal nicht notwendig oder sinnvoll! Gut organisierte, spezialisirte Öffnungsfirmen haben das so weit im Griff, dass normal keine zweite Anfahrt für Reparatur oder Schlosstausch nötig wird. Nur in Sonderfällen, z.B. nicht erhältliche, exotische oder sehr alte Schlosstypen müssen in der Werkstatt Schlüssel gefertigt werden. Das erfährt der Kunde aber bei seriösen Firmen vorab!

Falls Sie eine Öffnung anfragen, können Sie durch gezieltes Fragen die Kompetenz der Firma erkennen. Fragen Sie nach den eingesetzten Methoden, notwendigen Anfahrten, zusätzlichen, nicht aufgelisteten Kosten. Oft wissen inkompetente Vertreter nicht einmal den Schlosstyp/ Tresortyp (es gibt ja tausende) und kommen entsprechend unvorbereitet! Fragen Sie genau und bilden sich vorab eine Meinung um nicht später eine hohe Rechnung für schlechte Leistung präsentiert zu bekommen. Akzeptieren Sie später keine Änderungen, notfalls brechen Sie ab, wenn nicht fachgerecht gearbeitet wird.

Transporte

Veröffentlicht unter B&R Geschichten aus dem Alltag | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Heisse Tresore, explosive Jobs…

Manchmal hat man schon Öffnungen mit speziellen Gefahren… meistens weiss man das vorher, die Kunden fragen sichtlich nervös ob dem Inhalt da was passieren kann.

Wir hatten schon etliche brisante Inhalte, z.B. weissen Phosphor in einer Hochschuleinrichtung, Sprengstoffe in Munitionsbunkern, offene Schwarzpulverbehälter bei Waffenschränken usw…

Aber dieser, über den ich kurz berichten möchte war schon lustig ;o)

Weiterlesen

Veröffentlicht unter B&R Geschichten aus dem Alltag, Kurioses | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Vor und Nachteile von Schlüsselschlössern

Vorab: Moderne Schlüsselschlösser für Tresore sind leider nicht mehr so hochwertig und langlebig wie ältere. Die Schlüssel z.B. haben längere Zeit unter Kosteneinsparungsmaßnahmen gelitten. Sie wurden von ehemals Stahl zu Messing und nun in der Regel Zinkdruckguss. Rohlinge können billiger hergestellt werden und einfacher, schneller, mit weniger Verschleiss am Fräser bearbeitet werden. Nur sind sie bei weitem nicht mehr so stabil wie alte Stahlschlüssel! Abgebrochene Schlüssel sind bei modernen Schlosstypen ganz normal… In den Schlössern werden mittlerweile auch Mechanikteile aus billigen Materialien verbaut, teilweise sogar Kunststoff. Kostenoptimiert, aber wenig haltbar. Mechanische Defekte sind bei geschlossenem Tresor die Hölle. Das betrifft mit wenig Ausnahmen alle heute gängigen Typen! Nicht nur die billigsten!

Die Vorstellung dass ein Schloss für einen Tresor hochwertig ist wird leider nicht mehr erfüllt. In unserer Wegwerfgesellschaft, in der um jeden Cent bei der Produktion gefeilscht wird, hat sich das schon lange geändert. In dieser Betrachtung wird von einem durchschnittlichen Produkt ausgegangen, nicht von den sehr seltenen qualitativen Ausnahmen.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter B&R Geschichten aus dem Alltag, Beratung | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Sperrelement in Tresorraumtüre

Kürzlich wurden wir wieder zu einer Tresorraumtüre geholt, die nicht mehr zu öffnen war. Sie ist ein gutes Beispiel für mangelnde Wartung…

13122007

Als wir dort ankamen klärten wir erst die Vorgeschichte des Problems ab. Seit mehr als 10 Jahren hat niemand etwas an dieser Türe gewartet oder repariert. Nun musste ein Bauteil der Alarmanlage getauscht werden. Nach dem Einbau öffnete die Türe plötzlich nicht mehr. Der Alarmtechniker vermutete ein defektes Bauteil (Sperrelement) seinerseits.

Nach mehreren Stunden Arbeit stellte sich das Problem allerdings ganz anders dar! Das mechanische Zahlenschloss wird hier über ein Zahnradgetriebe angetrieben. Durch lockere Schraubverbindungen im Lauf der Jahre entstand genug Spiel im Getriebe dass die Zahnräder überspringen konnten! Natürlich stimmte jetzt die Kombination am Zahlenknopf nicht mehr und das Schloss konnte mit den normalen Zahlen nicht geöffnet werden.

Der Alarmtechniker war froh dass er nicht schuld war, es war reiner Zufall dass das Problem kurz nach seinem Umbau entstand. An diesen Bauteilen hatte er nichts verändert…

Mechanik bedarf eben doch gelegentlicher Wartung. Insbesondere bei sehr sicheren Tresortüren und Tresoren ist das langfristig wirtschaftlicher alle paar Jahre jemand zur Überprüfung zu bestellen als dann vor der geschlossenen Türe zu stehen. Dann ist der Aufwand deutlich größer und die Kosten höher.

Wartungen werden immer weniger regelmäßig beauftragt, auch bei Banken und Sparkassen. Es funktioniert ja im Augenblick, Kosteneinsparung wird immer größer geschrieben. Das rächt sich aber langfristig immer… Das Auto kommt doch auch regelmäßig zum Service, und der ist sogar normalerweise teurer! So lange sich die Türe noch öffnen lässt ist der Aufwand gering, meistens ist in einer halben Stunde alles erledigt.

Veröffentlicht unter B&R Geschichten aus dem Alltag | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Mechanische Zahlenschlösser= Zeitverschwendung?

Ein Aspekt, der bei all den Diskussionen nie auftaucht, ist der Zeitbedarf beim Öffnen des Schlosses. Das spielt im privaten Bereich kaum eine Rolle (wenn der Tresor nicht oft geöffnet wird), im Gewerbebereich aber durchaus!

Uns sind Filialbetriebe bekannt die ca. 150 Öffnungen am Tag haben, jedesmal wenn ein Kassenmitarbeiter wechselt, wird die Kassenschublade eingeschlossen, eine neue entnommen usw… und das 365 Tage im Jahr fast 24h Schichtbetrieb.

Bei intensiver Nutzung, auch bei wesentlich weniger Öffnungen kommt der Zeitbedarf der Mitarbeiter bereits in Bereiche, die Betriebswirtschaftlich relevant sind. Nur denkt kaum jemand darüber nach.

Kurzer Vergleich, ausgehend von 300 Arbeitstagen im Jahr und einer Öffnungszeit für die Mechanik von „nur“ 30 Sekunden (manche Leute brauchen deutlich länger!) gegen 5 Sekunden bei der elektronischen Lösung. Hier tippt man ja nur ein paar Zahlen und muss nicht hin und her drehen. Weiter gehe ich nur von einem 3- Zahlen Mechanikschloss aus, bei einem hochwertigen mit 4 Zahlen dauert es länger und die Fehlerquote steigt.

Hier nun der Vergleich:

Öffnungen pro Tag                  Zeitbedarf pro Jahr Mechanik/Elektronik

1                                                 2,5 Stunden/ 25 Minuten

5                                                 12,5 Stunden/ 2 Stunden

10                                               25 Stunden/ 4,2 Stunden

20                                              50 Stunden/ 8,3 Stunden

Bei den in unserer Zeit hohen Kosten für die Mitarbeiter pro Stunde liegt die Ersparnis für den Betrieb durchaus in Bereichen über die man nachdenken sollte! Dieser Aspekt wird selten beim Tresorkauf berücksichtigt.

Im Fall unseres „Extremkunden“ sind das pro Jahr ca. 360 Arbeitsstunden, die eingespart werden, und das pro Filiale! Mehr als 2 Monatskosten eines Mitarbeiters… Bei Kosten für die Umrüstung von ca. 400.- und einer Lebensdauer des Schlosses von ca. 5 Jahren (bei dieser extremen Nutzung) ein riesiger Gewinn, quasi geschenkt. Und mehr Komfort für die Mitarbeiter, niemand muss an dem verhassten Zahlenrad im Stress herumdrehen.

Die Wirtschaftlichkeit einer nachträglichen Umrüstung auf ein Elektronikschloss rückt dann ebenfalls in ein anderes Licht. Abgesehen vom Komfort und stressfreiheit für den Bediener rechnet sich das auch bei weniger Öffnungen schnell. Selbst wenn man davon ausgeht dass die Elektronik etwas weniger Lebensdauer hat als die mechanische Lösung. Die meisten Tresore können relativ schnell und einfach umgerüstet werden.

Über die Zuverlässigkeit lesen Sie bitte den entsprechenden Artikel: http://tresoroeffnung-bayern.de/blog/2015/08/11/zuverlaessigkeit-von-elektronikschloessern/

Aber wir haben doch jetzt einen Schlüssel?!? Vor und Nachteile von Schlüsselschlössern werde ich in einem kommenden Artikel beleuchten.

Veröffentlicht unter B&R Geschichten aus dem Alltag, Beratung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 2 Kommentare

Umzug unseres Tresormuseums und Lagers

Endlich geschafft!

Unser Umzug zu einem neuen, größeren und verkehrsgünstigeren Standort ist erledigt.Ist nicht einfach eine geeignete Halle mit genug Bodenbelastbarkeit zu finden, wir hatten Glück.

Ca. 120t Schwermetall mussten transportiert werden mit tatkräftiger Hilfe mehrerer Speditionen.

Vielen Dank an: Fa. Prosafe, Fa. Augustin Spezialtransporte, Fa. MW Safelogistik und Spedition Eder!

6 Fahrten mit 7,5 und 12t LKWs, 2 Fahrten mit 40t Sattelzügen, 1 Fahrt mit 40t Hängerzug. 3 Fahrten mit einem speziellen LKW mit Ladekran waren notwendig für die Tresorraumtüren und ganz schweren Brocken, die nicht mit Stapler oder Hebebühne verladen werden konnten.

Nun müssen die ganzen Tresore in der neuen, mehr als doppelt so großen Halle sortiert und aufgestellt werden. Insgesamt stehen uns nun mehr als 1000 qm Fläche zur Verfügung um unsere schönen antiken Tresore zu präsentieren und zu lagern.

Krantransport eines über 5t schweren E 10 Tresores

Krantransport eines über 5t schweren E 10 Tresores

Sattelzug wird beladen

Sattelzug wird beladen

Veröffentlicht unter B&R News | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Le Mans

Vor einiger Zeit wurden wir von einem Kunden nach Frankreich gerufen. Weil es höchst eilig war sind wir noch in der selben Nacht losgefahren. Ist ja ein ganzes Stück entfernt.

Beim Kunden angekommen begutachteten wir die Misere. Zwei örtliche Techniker misshandelten den Schrank einen Tag lang. Scheinbar ohne Kenntnis was sich im Inneren für Technik befindet haben sie etliche größere Löcher gebohrt, nur nicht an der richtigen Stelle. Den relativ sicheren Tresor konnten Sie jedenfalls nicht öffnen bis dem Filialleiter der (deutschen) Discounterkette der Geduldsfaden gerissen ist.

Der Empfang war etwas frostig, man merkte die angespannte Stimmung deutlich, nach dem Motto: Werden die beiden nun auch den ganzen Tag Lärm im Büro produzieren für nichts?

Na ja, jedenfalls war 20 min. später das Elektronikschloss der Kiste mit einer gezielten 6mm Bohrung geöffnet, das hob die Stimmung deutlich ;o) Jetzt wurde auch ein Tässchen Kaffee gebracht…

Dummerweise mussten wir danach den erheblichen Schaden unserer Vorgänger reparieren, das kostete uns dann zwei Stunden und ein paar Ersatzteile.

Damit hatten wir schon gerechnet, auf das Angebot dass die Techniker dazu kommen sollen bei der Öffnung sind sie nicht eingegangen. Entweder es war ihnen peinlich, oder es lag daran dass man sich nicht den Samstag versauen wollte „nur“ um etwas zu lernen. War ja nur gut gemeint, es gibt diese Märkte zahlreich auch in deren Region und alle haben die selben Tresore. Nicht ausgeschlossen dass wir deshalb wieder blitzartig dort hin müssen. So toll ist es auch nicht die weite Strecke dort hin zu fahren wegen 30min. Arbeit und dann zurück. Aber wer nicht will, der hat schon. Vermutlich ruft der Kunde dort jetzt nie wieder an nach der Erfahrung…

Bilder von der Öffnung können wir aus Sicherheitsgründen leider nicht veröffentlichen.

Veröffentlicht unter B&R unterwegs | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Gasfüllung in Tresoren, Mythos oder Realität?

Man hört ja immer wieder Schauermärchen von Gas, das ausströmt wenn man Tresore öffnen will. Das haben auch schon „Techniker“ Kunden erzählt um hohe Öffnungspreise und Inkompetenz zu rechtfertigen…
Die Rede ist von gesundheitsschädlichen Gasen, Tränengas, Kampfgas, Rauchentwicklung etc.

Fakt ist: Bei modernen Schränken gibt es so etwas NICHT.
Eine Zeitlang hat ein deutscher Tresorhersteller eine Füllung benutzt (auf Kunststoffbasis) und damit etwas missverständlich geworben. Diese fängt an zu rauchen und zu stinken wenn sie heiss wird beim bohren oder schneiden und läuft dann fast flüssig aus der Öffnung. Ist vermutlich nicht gerade gesundheitsfördernd aber nicht wirklich schlimm.

Bei antiken Tresoren und Tresorraumtüren gibt es Schwefelfüllungen in der Türe. Als Brennschneider populär wurden dachte man wohl das kann Einbrecher abhalten. Beim vorsichtigem Bohren rieselt aber nur gelbes Zeug aus dem Bohrloch. Stört nicht wirklich, ausser man benutzt einen Schneidbrenner, Sauerstofflanze, Winkelschleifer oder ähnliches. Das würde niemand machen, der sich auch nur ein wenig mit Tresoren auskennt.

Fakt ist aber auch: Bei älteren, insbesondere hochwertigen amerikanischen Tresoren gab es derartige Zusatzsicherungen! Bei Behörden und Banken war das durchaus verbreitet, wie auch die Zahl der Hersteller verrät.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Antikes, Kurioses | Verschlagwortet mit , , , , , , | 5 Kommentare