Fast Live aus Washington

Hallo Freunde, hier nun der fast Live Bericht… fast, weil das versprochene W-LAN Netz im Hotel nur in der Toilette vorhanden war und selbst da musste man sich alle paar Minuten neu einloggen. Immer wenn draußen ein Laster vorbei gefahren ist, war der eine Balken dann auch weg. Die Datenübertragung im Handynetz kostet in USA $ 12 pro 100kB! Und ist elend langsam. Kann nur empfehlen das Datenroaming abzuschalten.

Also nun der Kurzbericht eben ein paar Tage später.

Der kurzfristig gebuchte Flug bei Lufthansa war wie immer ganz ok, leider war der Vogel bis zum letzten Platz ausgebucht. Wegen ungünstigen Wetterbedingungen waren wir dann auch eine Stunde länger als geplant in den Sitz eingequetscht. Obwohl, ich will nicht meckern, bei Urlaubs- Chartermaschinen sind die Sitzreihen noch deutlich enger. Trotzdem sind 9,5h kein wirklicher Spass, auch in einer Linienmaschine.

Die Zollformalitäten waren wieder Erwarten unproblematisch und relativ schnell erledigt. Die diversen Formulare wurden ja bereits alle vorab mühselig online ausgefüllt.

Dann mit dem Shuttlebus zur Autovermietung. Dort war dann trotz vorab Buchung und Bezahlung nicht das Fahrzeug verfügbar das wir wollten… Es wurde dann ein „Luxus“ Japaner. Abgesehen davon, dass ich diese Möchtegern Geländewagen nicht so mag, der Infineon sieht auf den ersten Blick ganz nett aus. Bis zur Betätigung des ersten Schalters, der sich so billig anfasst, als ob er gleich abbricht. Unendliche Spielereien und Zubehör in dem Ding. Bin ich von meinem Mercedes zwar gewohnt, aber hier ist alles etwas unübersichtlich und irgendwie unlogisch angeordnet. Vermutlich muss man auch Informatik studiert haben um in das Navi eine Adresse einzugeben aber irgendwie klappt es dann doch. Bei der Fahrt stellt sich dann heraus, sie hätten ihn besser „Bandscheibenkiller“ genannt. Unbequeme Sitze, knallhartes Fahrwerk in Verbindung mit schlechten amerikanischen Straßen, wo jeder Kanaldeckel 10cm unterhalb des Teerniveaus liegt, beschert nicht unbedingt den optimalen Fahrspass. Aber vielleicht bin ich da auch von meinem Luftfahrwerk zu verwöhnt?

Auf den ersten Blick ganz nett.

Insgesamt ist Fahren im Großraum Washington kein Spass. Viel Verkehr, der auch nicht fließen kann weil alle 30m eine Ampel mit ewig langer Rotphase oder ein Stoppschild ist. Das niedrige Speed Limit stört gar nicht, auf 30m bis zum nächsten Stop müsste man schon Vollgas geben um es überhaupt zu erreichen und dann eine Vollbremsung machen. Lustigerweise haben Kreuzungen mit Stopschild fast immer auf allen Seiten eines. Heisst jeder muss stehen bleiben. Ist nicht gerade einem flüssigen Verkehr zuträglich. Letztendlich schafft man mit Glück einen Durchschnitt von 15 Meilen/h (aber nur wenn auch ein paar Highways auf der Route liegen).

Auffällig ist bei der Fahrt die hohe Anzahl von Kirchen. Gibt es fast genau so viele wie Stopschilder. Später nachgelesen, es gibt auf 650 000 Einwohner über 2000 Gotteshäuser!

Endlich in unserem Hotel angekommen findet die freundliche Dame an der Rezeption dann unsere Buchung nicht. Zum Glück habe ich das ausgedruckt dabei. Das Drama mit dem „tollen“ Hotel kann jeder in meiner Bewertung auf booking.com (Quality Inn Tacoma Park) nachlesen, falls es jemand interessiert. Es würde hier eindeutig den Rahmen sprengen.

Nicht besonders vertrauenserweckende Ratschläge im Hotel

Hier nur so viel: Das war die mieseste, heruntergekommene Absteige die ich seit langem gesehen habe. Und ich kenne viele Hotels an unmöglichen Orten! Das Ganze dann für einen Preis, für den man hier im Holiday Inn übernachten kann! Wie im schlechten Film aus den 70ern. Hat aber irgendwie auch was Lustiges… und wir haben es ja überlebt…

Microwelle im Frühstücksraum

Nach einem bescheidenen Frühstück, mit dünnem Kaffee und Plastkgeschirr, am nächsten Tag dann in ein paar Läden. Sachen besorgen, die man nicht im Fluggepäck haben sollte. Fast alles was angeboten wird ist billigste Chinaware, zum vielfachen Preis wie zuhause. Sowas gibts bei uns in 1-Euro Läden. Aber für den 1x Einsatz reicht es schon.

Die Tresoröffnung in einem schicken Vorort war an sich unproblematisch. Schnell war der VDS IV Tresor ohne Beschädigung geöffnet und repariert. Alles nochmal ganz genau angesehen und allgemeine Wartungsarbeiten, man will doch keinen Garantiefall am anderen Ende der Welt.

Der geplante Besuch von amerikanischen Kollegen gestaltet sich schwierig. Auf Tresore spezialisierte Techniker gibt es keine im Raum Washington. Alle, die sich mit Tresoren beschäftigen, sind augenscheinlich nur Schlüsseldienste, die das nebenher machen. Wie auch bei uns haben diese vielfältige Briefkastenadressen um den Kunden vorzutäuschen nahe dran zu sein. Mehrere Adressen haben wir angefahren- entweder gar nichts oder ganz andere Firmen. Die zwei Läden, die wir letztendlich nach langer Sucherei gefunden haben, waren auch enttäuschend. Wundert mich nicht daß wir wegen der Öffnung um die halbe Welt fliegen mussten.

2 schöne Museen haben wir noch besichtigt. Das National Air and Space Museum vom Smithsonian Institut und das International Spy Museum. Im ersten steht beispielsweise die Mondlandefähre, der Mars- Roboter, Teile vom Space Shuttle und unzählige Raketen und Flugzeuge aus allen Epochen. Im Spy Museum gab es auffallend viele Exponate von der Stasi. Vermutlich kam man da günstig ran, nach der Grenzöffnung. Beide Museen sind sehr schön hergerichtet, lohnen einen Besuch in jedem Fall. Leider ist im Spy Museum fotografieren verboten. Man möchte wohl nicht ausspioniert werden?

Ansonsten das übliche Touriprogramm, Weisses Haus, Capitol, Pentagon, Hoover Building (FBI Zentrale), dutzende Memorials und andere Sehenswürdigkeiten. Na ja, wens interessiert…

Toilette vom Space Shuttle

Zum Glück gibt es alle paar hundert Meter einen Starbucks. Meistens eine lange Schlange, teilweise bis auf die Straße. Kein Wunder, vermutlich der einzige Ort wo es guten Kaffee und gratis W-LAN gibt!

Jedenfalls haben wir uns beide nicht sonderlich wohl gefühlt im Land der unmöglichen Begrenztheiten… nur leider mussten wir ein paar Tage dort bleiben weil auf Grund der kurzen Vorlaufzeit kein früherer Rückflug zu bekommen war. Viel Gesindel auf den Straßen, an jeder Ecke Cops… vieles etwas heruntergekommen und irgendwie bei genauerer Betrachtung nur sehr oberflächlich aufgehübscht. Washington hatte übrigens jahrelang den Untertitel Mordhauptstadt. Die meisten Morde weltweit, bezogen auf die Einwohnerzahl!

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Aber egal, wir waren ja nicht wegen Urlaub da ;o)

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