Beitrag eines Kunden über Tresorqualität

Sehr geehrte Herren,

hier ein Beitrag… Wasser auf Ihre Mühlen zum Thema Tresorqualität……

Die guten traditionellen Tresorhersteller wie Leicher sind leider Geschichte – aufgekauft von einem großen Konzern und danach „plattgemacht“ worden. Zum Glück besitze ich noch einen Leicher 151 in D10 Bauausführung von Anfang der 1980iger Jahre. Doch es wurde ein zusätzlicher, kompakter Wertschutzschrank in VdS 4 benötigt – mit Abmessungen ähnlich dem guten alten Leicher 151. Damals noch gutgläubig im Internet bei den einschlägigen größeren Händler (die Google bevorzugt anzeigt) angefragt, was es an aktuellen Produkten geben würde.

Eine Hausmarke des Händlers wurde empfohlen und entsprechend gekauft. Mit dem Tag der Lieferung folgte die Überraschung. Zwischen Tür und Korpus gibt es Spalte um die 4mm! Die Tresortüre liegt nur an einer einzigen, winzigen Madenschraube im Falz auf. Und durch die großen Spalte pfeifft der Wind… Ungläubigkeit machte sich bei mir breit, dass so eine Bauausführung eine Zertifizierung nach VdS 4 bekommen hatte. Verformungstests mit Knetmasse an mehreren Stellen des Falzbereiches  ergaben dann das ganze Ausmaß der verheerenden Fertigungstoleranzen. Oder muß man sagen mit der Billigkonstruktion?

Ein schwacher Trost war, das dieser Wert“schutz“schrank ex-sicher ist. Es kann sich einfach kein Gas-Luftgemisch in dem Korpus halten *Sakasmuss aus*

Um überhaupt eine minimale Abdichtung der Türe (auch gegen Luftfeuchtigkeit) zu ermöglichen setzte ich dann im ganzen Falzbereich eine Kombination aus einer Glasfaserschlauch-Dichtung und einer Flaton-Flex-A-Dichtung ein.

Dann setzte ich mich intensiver mit den Thema der Qualität heutiger Tresore auseinander und stieß auf einen Beitrag über Tresore in einem Magazin „Goldreporter“ den ich mit Schmunzeln las.

Inzwischen sind 22 Monate seit der Lieferung dieses Wert“schutz“schrankes vergangen. Zuerst löste sich an den Scharnieren der Lack ab  und unter den aufplatzenden Lackblasen war brauner Rost zu finden. Es folgte an mehreren Außenkannten des Korpus – aber auch an Flächen – weitere Blasenwürfe des Lackes mit Unterrostungen. Auch in Innenraum fand sich zunehmend Rost. Bevorzugt an Kanten und in Fugenbereichen wo Bleche aneinanderstießen. Ebenso zeigte sich Rost an der Türinnenseite, dort wo die Rückwand der Tresortür aufliegt. Eine Entfernung dieser Rückwand brachte Gewissheit in Form weiteren Rostes. Dazu einen weiteren Einblick in die Fertigungsqualität der Firma. Einbauteile des Verschlußmechanismus waren krumm und schief eingeschweißt – die Verschlußfunktionen funktionieren nur auf Grund der großzügigen Spiele. Farbauftrag an der Innenseite mangelhaft und schlampig (sowie unvollständig) mit der Spritzpistole ausgeführt.

Welch‘ ein immenser Kontrast zum Zustand eines rund 30 Jahre alten Leicher 151 !!!!

Eine Kontaktaufnahme mit dem Händler, verbunden mit der Aufforderung diese höchst mangelhafte Qualität zurück zunehmen und im Austausch (gegen Aufpreis) einen signifikant  besser verarbeiteten Tresor ebenfalls in VdS 4 zu liefern gingen ins Leere. Lediglich zu einer Nach“besserung“ war man bereit. Auf ein einfaches Überpinseln der Roststellen habe ich mich aber nicht eingelassen. Zahlreiche unergiebige E-Mail-Wechsel folgten.

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende Ein Münchner Tresorhändler dem ich die Lage schilderte war mit der Situation vertraut und bot mir einen Primat-Tresor in VdS5 an. Dieses Modell sei bei den heutigen Fertigungen noch in schwerer alter Bauart mit relativ geringen Spaltmaßen gebaut. Zudem ist es mit zwei mech. ZKS lieferbar (was beim Vorgänger als nicht möglich abgelehnt wurde). Weiter ist die Wandstärke so dick, dass die Einstichtiefe einer Trennscheibe des Winkelschleifers geringer ist. Zeitgleich erinnerte ich mich an das positive Votum im besagten Heft des „Goldreportes“ über Primat-Tresore.

Nun bin ich gespannte wie die Qualität des neuen Primat 5100 kleines Modell in VdS 5 ist,  wenn er geliefert wird.

Herzliche Grüße aus dem Frankenland

Dipl.-Ing. L.

Anm. von uns: Das deckt sich mit unseren Erfahrungen, schön dass mal jemand anders sich die Mühe macht ein paar Zeilen darüber zu schreiben. Vielleicht gibts ja auch einen Erfahrungsbericht von der Neuanschaffung? Übrigens sind große Spaltmaße auch durchaus sicherheitsrelevant, kann nicht gut sein wenn ein Straftäter Keile und Brecheisen im Türspalt leicht einsetzen kann.

Hier die Fotos, Rost an allen Ecken nach ca. 1 Jahr Standzeit… der alte Tresor der da 25 Jahre vorher stand und nur ausgetauscht wurde wegen Auflagen der Versicherung hatte auch nach dieser langen Zeit keinen Rost.

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