Aus aktuellem Anlass, wir haben gerade unsere Seite technisch umgebaut/ modernisiert, habe ich die Such- Ergebnisse auf 2 Suchmaschinen getestet.
Positiv ist, wir kommen (wie gehabt) bei beiden und auch bei der KI Suche auf der ersten Seite vor. Auch wird unser Standorteintrag mit Bewertungen direkt rechts angezeigt.
Was aber auffällig immer mehr zunimmt, sind unseriöse Einträge, die Kunden täuschen können. Speziell von Aufsperrdiensten, die teils Zentralen irgendwo anders betreiben und dann irgendjemanden losschicken um eine (meist überteuerte) Rechnung stellen zu können. Mittlerweile haben sie sogar teilweise extra Seiten für Tresoröffnungen erstellt.
Extrem finde ich, dass mehrere dieser Seiten nicht einmal über ein (gesetzlich vorgeschriebenes!) Impressum verfügen. Also quasi kein Verantwortlicher angegeben wird. Bei einer Seite steht sinngemäß, dass es sich um eine Marketingseite handelt und keinerlei Haftung für die eigentliche Arbeit (die vermutlich andere dann machen) übernommen wird… bedenklich.
Aber am lustigsten, bei der Suche fand ich ein Bild mit mehreren Personen in Arbeitsanzügen, einer davon mit einem Akkuschrauber, ein anderer ein Werkzeugtäschchen in der Hand. Im Text dazu steht „unsere Tresoringenieure“! So etwas gibt es nicht… man kann ja beispielsweise Maschinenbau studieren, oder einen anderen technischen Zweig. Aber einen Dipl. Ing. Tresortechnik gibts definitiv nicht. Aber macht vielleicht Eindruck auf den ein oder anderen…
Dazu eine kleine wahre Geschichte: In letzter Zeit wurden wir mehrfach zu Kunden gerufen, bei denen vorher bereits „Tresorspezialisten“ waren. Immer das gleiche Bild. Sie rückten mit einer Akkuflex an, schnitten ein wenig im Türblatt herum und verursachten Schmutz und Lärm. Dann sagten sie ein spezielles Werkzeug müsse für diesen Fall erst beschafft werden, sie würden nocheinmal wiederkommen. Natürlich wurde für die bisherige „harte Arbeit“ sofort bar abkassiert. Natürlich kam niemand mehr, es war auch keiner mehr erreichbar… Ein fiktiver Firmenname auf dem Montageschein, nicht nachvollziehbar. Der Tresor blieb ersteinmal zu, trotzdem um die 500.- weg und der Tresor kaputt.
Zum Glück waren deren Schnitte nicht tief genug und beschädigten nur die Außenhaut. So konnten wir in allen Fällen den Tresor wie üblich ohne weitere Beschädigung öffnen. Die Kunden waren verblüfft über den Preis, sie hatten für den vergeblichen Versuch vorher schon mehr bezahlt. Leider hatten sie den Schaden trotzdem, der Tresor war ja schon irreparabel beschädigt und dafür haben sie schon eine dicke Rechnung zusätzlich bezahlt.
Ich würde dringend empfehlen- immer das Impressum kontrollieren und keine Firmen anrufen, die ünseriös werben, ihren Standort verbergen oder angeblich in zig Städten Standorte haben. Oft erkennt man das auch an unrealistischen Fotos (KI oder aus Fotoarchiven gekauft), anderen (hauptsächlichen) Arbeitsgebieten auf der Seite, komischen (teils auch KI) Texten, die sich manchmal sogar selbst widersprechen etc… Fragen sie immer nach einem Festpreis und nach eventuellen Zusatzkosten! Fragen sie konkret nach Arbeitsmethoden die keine Schäden verursachen.
Im Zweifelsfall werben leider mittlerweile viele mit beschädigungsfreiem Arbeiten, obwohl sie das nicht können! Falls der gute „Techniker“ dann doch mit einem Trennschleifer anrückt- werfen sie ihn raus BEVOR er einen unnötigen Schaden verursacht und dafür noch eine unverschämte Rechnung schreibt! Zahlen sie nichts, weisen sie auf die arglistige Täuschung hin und dass er nicht die vereinbarte Leistung erbringen kann. Rufen sie notfalls die Polizei, falls der Monteur auf sofortige Barzahlung besteht, oder gar aufdringlich wird.
Übrigens sind auch manche dieser „VertrauMir“ Gütesiegel (ich nenne sie jetzt mal so) auf den Webseiten mit einem Grafikprogramm selbstgebastelt oder für ein paar Euro gekauft. Bewertungen werden gern gefakt, insbesondere bedenklich wenn es viele in kurzen Abständen sind. Aus Erfahrung kann ich sagen, nur wenige Kunden bewerten eine derartige Dienstleistung. Es ist unrealistisch, dass manche Firmen im Tagestakt neue, natürlich gute Bewertungen bekommen. Dafür gibt es spezialisierte Unternehmen, die das unter verschiedenen Absendern, für wenig Geld einstellen. Explizite Empfehlungsportale, die jeden listen der etwas dafür bezahlt, sind auch keinen Pfifferling wert. Das sagt bestenfalls aus dass es die Firma real gibt, aber nichts über deren Fachwissen, Arbeitsqualität oder Methoden.
Fazit: Genau hinsehen wen man beauftragt zahlt sich aus. Nicht mit niedrigem Preis locken lassen, der erhöht sich dann schnell mit nicht genannten Zusatzkosten. Am Ende zahlt man drauf und möglicherweise hat man noch danach erhebliche Kosten für: Reinigung der Räumlichkeiten, Ausbau, Abtransport, Entsorgung, Neukauf, Anlieferung, Verankerung… und Unannehmlichkeiten wie Gestank und Qualm, beschädigten Inhalt, verbrannten Fußboden etc…
Schneiden bei der Tresoröffnung, egal ob mit Winkelschleifer/ Flex, Schneidbrenner, Plasmaschneider oder Sauerstofflanze, ist immer die allerschlechteste Methode! Höchstens in absoluten Ausnahmefällen notwendig, wenn z.B. jemand vorher bereits alles so stark beschädigt hat, dass nichts mehr anderes geht. Lassen sie sich nichts anderes einreden!
Man kann nur hoffen dass die Suchmaschinen mit ihren Auswahlkriterien besser werden und derartige Fakeseiten erkennen in Zukunft. Diese dann einfach nicht mehr anzeigen…
Die Google KI antwortete auf die Frage warum so viele unseriöse Anbieter angezeigt werden, die teils nicht einmal über ein Impressum verfügen, mit diesem Text:
Dass Sie bei der Suche nach einer Tresoröffnung auf so viele unseriöse Ergebnisse stoßen, liegt an einer gezielten und oft sehr aggressiven Masche. Die Notfall-Branche (Schlüsseldienste, Rohrreiniger, Tresoröffner) ist seit Jahren stark von sogenannten Suchmaschinen-Spammern und Vermittlungs-Netzwerken durchsetzt.
1. Schein-Lokalisierung (SEO-Spam)
Viele Anbieter sitzen tatsächlich hunderte Kilometer entfernt (häufig in NRW oder im Ausland), betreiben aber hunderte vollautomatisierte Websites für fast jede deutsche Stadt.
Sie nutzen Begriffe wie „Tresoröffnung München“, um in den Suchmaschinen organisch weit oben zu landen.
Die angezeigten Telefonnummern sind oft virtuelle Ortsvorwahlen (z. B. 089 für München), die direkt an ein überregionales Callcenter weitergeleitet werden.
2. Das Geschäftsmodell der „Callcenter-Vermittler“
Hinter den Websites stecken meist keine Handwerker, sondern reine Marketing-Agenturen
Sobald Sie dort anrufen, nimmt ein Callcenter den Auftrag an.
Dieser Auftrag wird über Plattformen oder WhatsApp-Gruppen an Subunternehmer oder oft ungelernte Kräfte vor Ort versteigert.
Da das Callcenter eine hohe Vermittlungsgebühr kassiert und der ausführende Handwerker auch verdienen will, werden die Preise vor Ort künstlich in die Höhe getrieben (z. B. durch erfundene Zuschläge).
3. Fehlendes oder gefälschtes Impressum
Das Fehlen eines korrekten Impressums ist ein bewusstes Kalkül, um sich der deutschen Rechtsprechung und dem Verbraucherschutz zu entziehen.
Verschleierung: Wenn kein Impressum existiert oder dort nur eine Briefkastenfirma im Ausland (z. B. Malta, Zypern, UK) steht, können geprellte Kunden später kaum rechtliche Schritte einleiten.
Wegwerf-Websites: Wird eine Seite wegen Betrugs oder Abmahnungen gesperrt, schaltet das Netzwerk innerhalb weniger Stunden unter einer neuen Domain eine identische Kopie live.
4. Gekaufte Werbeplätze (Google Ads)
Die obersten Plätze bei Google sind bezahlte Werbeanzeigen. Unseriöse Netzwerke bieten extrem hohe Klickpreise, um ganz oben zu stehen. Sie können sich diese Kosten leisten, weil sie von den Kunden später horrende Summen verlangen. Lokale, ehrliche Betriebe können bei diesen Werbekosten oft nicht mithalten.
So erkennen Sie die schwarzen Schafe sofort:
Kein Impressum / Briefkastenadresse: Fehlt die Rechtsform (GmbH, e.K.), eine Steuernummer oder eine ladungsfähige deutsche Adresse – sofort wegklicken.
Keine konkreten Preisangaben: Aussagen wie „Tresoröffnung ab 29 €“ sind bei Tresoren absolut unrealistisch und dienen nur als Lockvogel.
Namenlose Hotlines: Wenn sich am Telefon nur mit „Tresordienst“ oder „Notdienst Zentrale“ statt mit einem Firmennamen gemeldet wird, handelt es sich um ein Callcenter.
Auf eine weitere Frage, warum kann das die KI nicht erkennen und diesem Problem ein Ende machen?
Kam diese Antwort:
Das ist eine völlig berechtigte Frage. Es ist für Betroffene oft unverständlich, warum hochmoderne Algorithmen und KIs solche offensichtlichen Täuschungen nicht sofort blockieren. Der Hauptgrund ist ein technologisches „Katz-und-Maus-Spiel“ zwischen den Suchmaschinen und den Betrüger-Netzwerken, kombiniert mit rechtlichen und finanziellen Grauzonen.
Danach kamen dann noch detaillierte Erläuterungen welche technischen Maßnahmen dazu führen das die Suchmaschine das nicht erkennen kann. Den langen Text werde ich mir hier aber sparen…
Denke auf absehbare Zeit sollte man sich besser auf seine eigene Intelligenz verlassen. Nicht ohne genau hinzusehen den erstbesten anrufen… oder gar beauftragen.
