Auch eine beschädigungsfreie Öffnung hinterlässt am Schloss meist verwertbare Spuren.
Beispielsweise an den Angriffskurven der Zuhaltungen, weil das Werkzeug die Zuhaltung an einer anderen Stelle bewegt als der Schlüssel. An den Seitenflächen der Zuhaltungen kann es auch Kratzspuren geben, wenn das Werkzeug zwischen die Zuhaltungen gerutscht ist.
Je nach Materialhärte und Vorspannung/ Häufigkeit sieht man unterschiedlich deutlich Spuren vom Überschieben der Sperrseite der Zuhaltungen am Tourstift und/ oder der Zuhaltung selbst.
Es kommt selten vor, dass ein Tresor geöffnet wird und der Verdacht auf eine beschädigungsfreie Öffnung besteht. Man benötigt bei Doppelbartschlössern ein genau auf diesen Schlosstyp passendes Werkzeug. Der Aufwand ist für Straftäter zu groß, für hunderte gängige Schlösser passende Werkzeuge vorzuhalten. Diese Werkzeuge kosten nicht wenig und sind auch nur für manche Schlosstypen erhältlich. Die Anwendung ist nur mit viel Üben und Talent erfolgreich, nur weil man eine Geige besitzt kann man ja auch nicht zwangsläufig darauf spielen… Übliche Gewalt- Einbruchsmethoden haben wir in anderen Beiträgen hier gezeigt.
Aber wenn in seltenen Fällen der Verdacht besteht, können wir durch eine Überprüfung mit einem Auflichtmikroskop die Sachlage überprüfen.
Verschiedene Werkzeuge und Funktionsweisen hinterlassen unterschiedliche charakteristische Merkmale. Wir kennen unzählige Methoden und haben durch unsere tägliche Arbeit hunderte verschiedene Werkzeuge und Schlosstypen als Vergleich verfügbar. Wir haben auch 2 Auflichtmikroskope im Einsatz mit spezieller Beleuchtung und der Möglichkeit Fotos zu speichern. In komplizierten Fällen arbeiten wir auch mit Kollegen zusammen, z.B. Kriminaltechnisches Labor Göth und diversen Polizeibehörden. Diese verfügen über Möglichkeiten, die unseren Rahmen sprengen würden, Rasterelektronenmikroskope (REM) beispielsweise. Wenn notwendig können damit auch kleinste Spuren sichtbar gemacht werden.
Fotos von Prüfungen mit unserem Mikroskop


